Hellerau inklusiv

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1. Die Idee

Deutschland um 1900

Um etwa 1900 war Deutschland eine wirtschaftliche Großmacht. Durch die Erfindung der Dampfmaschine hatte sich die Arbeit für die Menschen verändert. Es gab jetzt große Fabriken. Man nennt diese Zeit auch Industrialisierung.

Viele Menschen sind vom Land in die Städte gekommen. Die Städte sind dadurch sehr schnell gewachsen. Es gab zu wenig Wohnungen für die vielen Menschen. Die Schulen und auch die ärztliche Versorgung waren schlecht.

Damit es den Menschen besser geht, sollten sie wieder natürlicher leben. Dazu gab es viele verschiedene Ideen, wie man das Leben verändern könnte. Alle Ideen zusammen nennt man Lebens-Reform-Bewegung. Ein wichtiger Mann dieser Bewegung war Hermann Muthesius. Er suchte nach dem passenden Stil für seine Zeit und sein Land, dem deutschen Stil.  

1906 fand die 3. Deutsche Kunstgewerbe-Ausstellung in Dresden statt. In dieser Ausstellung wurden viele Ideen der Lebens-Reform-Bewegung gezeigt. Die Ausstellung ging in die Kunstgeschichte ein. 

 

Die Gartenstadt als Modell für die Planung von Hellerau

Die Idee für eine Gartenstadt hatte der Engländer Ebenezer Howard.
Das Bauland sollte den Menschen gehören, die dann in der Stadt leben. Dafür gründen sie gemeinsam eine Genossenschaft. Das gibt es noch heute, auch in Dresden.

Die Gartenstadt sollte Leben, Arbeiten und Wohnen miteinander verbinden. Die Menschen sollten gemeinsam leben und arbeiten und ihre Stadt auch gemeinsam gestalten. Die Häuser wurden so gebaut, dass die Menschen sich darin wohlfühlen. Zu jedem Haus gehörte ein kleiner Garten. So waren die Menschen wieder mehr mit der Natur verbunden. Die Erfinder der Gartenstadt waren überzeugt, dass glückliche Menschen friedlich miteinander leben können.

Die Gartenstadt Hellerau ist wichtig für die Geschichte, weil die Erfinder an alles gedacht haben. Diese Dinge wurden sinnvoll miteinander verbunden:

  • Architektur,
  • Kunsthandwerk,
  • Erziehung,
  • Körperkultur und

Dadurch wurde das Leben der Menschen verbessert und eine bessere Gesellschaft erreicht.

 

Die Rolle des Werkbundes innerhalb der Reformbewegung

Den Deutschen Werkbund gibt es seit 1907. Er gehörte zur „neudeutschen Bewegung“. Diese Bewegung wollte die Kultur und die Gesellschaft zum Guten verändern. Ziel des Werkbundes war es, neue Industrie und altes Handwerk miteinander zu verbinden. Dafür wollten die Mitglieder des Werkbundes neue Formen finden. Alles sollte schön, aber schlicht sein und eine gute Qualität haben. Diesen modernen Stil nutzte