Hellerau inklusiv

Gebärdenfilme

3. 1918–1945

Das Festspielgelände während der Weimarer Republik

Zwischen dem 1. und dem 2. Weltkrieg wollte Hellerau die Angebote der Lebens-Reform-Bewegung wiederbeleben. Der Architekt Heinrich Tessenow gründete dafür die Hellerauer Handwerkergemeinde. Sein Vorbild waren mittelalterliche Handwerker-Siedlungen.
3 Schülerinnen und Schüler von Dalcroze eröffneten eine neue Tanzschule, die Neue Schule für Rhythmik, Musik und Körperbildung. Aber die Angebote hatten es schwer. Durch die Krise der Weltwirtschaft fehlte Geld und unter den Nationalsozialisten waren solche Angebote nicht erlaubt.

 

Holzhäuser in Hellerau

Nach dem 1. Weltkrieg fehlte vielen Menschen eine Wohnung. Es gab auch sehr wenig Baumaterial wie Ziegel, Kalk und Zement.

Eine Idee gegen diese Not waren Holzhäuser aus Fertigteilen. Solche Häuser lassen sich schnell bauen. Die Deutschen Werkstätten in Hellerau haben dabei sehr geholfen. Bald wurde eine Straße in Hellerau eine Ausstellung mit Musterhäusern. 

Bruno Paul entwarf 1925 das De-We-Plattenhaus. Das Haus war einfach zu bauen, alle Teile wurden in Serie produziert. Dadurch konnte das Haus preiswert verkauft werden. 

 

Die Gartenstadt im Nationalsozialismus

Die nationalsozialistischen Ideen verbreiteten sich schnell in Hellerau. Viele Bewohnerinnen und Bewohner wählten die NSDAP und der Bürgermeister fand den Nationalsozialismus gut. Die Gartenstadt wurde als Beispiel nationalsozialistischen Siedlungsbaus gezeigt, obwohl es sie schon vorher gab. 

Hellerau veränderte sich stark. Es wurde ein Ort des Militärs. Der Flughafen in Klotzsche wurde gebaut und das Festspielhausgelände in eine Polizeischule umgewandelt. Obwohl die Lebens-Reform-Bewegung Hellerau gegründet hatte, lebten hier nun viele Menschen, die die Ideen der NSDAP unterstützten.

 

Das Festspielhausgelände im Nationalsozialismus

Nach dem 1. Weltkrieg spielte das Festspielhaus keine große Rolle mehr für die Kultur. Nur einige Opern wurden noch aufgeführt. 1938 wurde das Festspielhaus eine Polizeischule. Dafür wurde viel umgebaut, das Haus und das Gelände wurden stark verändert. Von nun an nutzte das Militär die Anlage. Auch nach dem 2. Weltkrieg blieb das so, die Rote Armee war hier bis 1992 stationiert.